Über

Wer ich bin - gute Frage. Bin nicht sonderlich erfahren im Umgang mit dem netbook, weswegen ich diese Vorstellung nun zum zweiten Mal schreibe, was die Sache nicht besser macht. Ich interessiere mich für das Leben der Menschen und ihr Wesen, und über die Merkwürdigkeiten und sonstigen Aufreger schreibe ich auch, was ich lese oder mir begegnet. Und ich hoffe, dass es noch mehr neugierige Menschen wie mich gibt, die meine Kommentare zu unserer Welt lesen und ihrerseits kommentieren.

Alter: 67
 


Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
war ich entschlossen, gluecklich zu werden. Im Grossen und Ganzen habe ich das auch geschafft.

Wenn ich mal groß bin...:
Dafuer ist es zu spaet - ich wachse nicht mehr.

In der Woche...:
ist jeden Tag was los und am Wochenende auch - was sonst?

Ich wünsche mir...:
dass die Dummheit nicht dauernd so aufdringlich siegt und die Leute kapieren, dass viele Daten nicht automatisch klug machen. Denken ist eine feine Sache.

Ich glaube...:
dass die Welt ein besserer Ort werden kann, wenn jeder Einzelne sich jeden Tag anstrengt, ein guter Mensch zu sein.

Ich liebe...:
meine Familie und das Leben.

Man erkennt mich an...:
meiner Sturheit.

Ich grüße...:
jeden, den ich kenne und manchmal auch Fremde, die mir sympathisch sind.



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Blog

Der stille Verrat an der Demokratie - Hitler 2.0

Zum einjährigen Bestehen von Pegida sendete hr2 heute Abend (=19.10.15) um 18 Uhr in "Der Tag" eine bemerkenswerte Anzahl von Beiträgen; ich erwähne das, weil ich die Sendung zum Nachhören als Podcast nur empfehlen kann. 

 Keine Sorge: Ich werde nicht über Pegida schimpfen; das wäre verlorene Liebesmüh. Mich interessiert - und beunruhigt - , wie Bundes- und Landesregierungen mit unverhohlenen Drohungen und Anschlägen umgehen. Da gab es z. B. neulich 250000 Demonstranten gegen TTIP in Berlin. Reagierte die politische Ebene darauf? Davon ist nichts bekannt, trotz der hohen Zahl. Bei Veranstaltungen von Attac oder Blockupy gab es des Öfteren ein Aufgebot von tausenden Polizisten, mit Verletzten und Verhaftungen auf Seiten dieser außerparlamentarischen Opposition. Wer sich noch an die Apo und die RAF erinnern kann, wird auch wissen, wie schnell Gesetze geändert, verschärft und neue verabschiedet wurden, um die "Gefahr von links" zu bannen. 

Dass seltsamerweise unter anderen z. B. der Mord an D. K. Rohwedder, dem Präsidenten der Treuhandanstalt, nie befriedigend aufgeklärt wurde (abgesehen von Bekenntnissen der in den letzten Zügen liegenden dritten RAF-Generation), erinnert mich sehr an den jahrelangen Irrlauf der Ermittlungen zu den Morden, die inzwischen als NSU-Morde nicht nur Staatsanwälte, sondern auch parlamentarische Untersuchungsausschüsse beschäftigen, mit ziemlich unbefriedigenden Ergebnissen. Als geduldiger Zuschauer hat man nicht den Eindruck, als würde hier mit aller Härte des Gesetzes ermittelt, z. B. gegen aussageunwillige Mitarbeiter des Verfassungsschutzes.

Und nun Pegida und die so genannte "Flüchtlingskrise", wegen der man mal wieder, ruckzuck, Gesetze geändert und verabschiedet hat. Und sind es Gesetze, die z. b. den Tatbestand der Volksverhetzung und Gefährdung der öffentlichen Ordnung ausweiten und leichter verfolgbar machen? Nein, natürlich nicht. Wollte die Justiz Straftaten oder Vergehen im Umfeld von Pegida wirklich verfolgen, wäre das kein Problem: Die Gesetze sind längst da.

Nein, geändert wurden das Asylrecht und das Gesetz zur Zuwanderung, und natürlich wurden die Bedingungen dafür nicht erleichtert, sondern erschwert. Also gab man im Nachhinein den Vorwürfen von Pegida und Co recht und ihren Forderungen mehr oder weniger nach. Als nächstes wird man sich in Berlin wundern, dass - vergleichbar der letzten Wahl in der Schweiz am Wochenende - die AfD bei den nächsten Wahlen an Boden gewinnt, wo doch alles getan wurde, um ihre Wähler "zu beruhigen". Aber warum sollte jemand CDU wählen, wenn man sieht, wie erfolgreich Pegida die Regierenden vor sich hertreibt und genau die gewünschten Gesetze erreicht, ohne im Parlament zu sitzen? Nee, da wählt man doch lieber gleich das Original, gestärkt durch das Gefühl, dass auch in Berlin genug Leute denken, was Pegida-Anhänger intonieren.

Ja, da sind Landesverräter am Werk, das ist richtig. Immer noch wird von Deutschlands Regierungen bekämpft - "mit allen Mitteln des Rechtsstaates" - , was sich irgendwie politisch links anfühlt, und ängstlich alles getan, um die geschätzten 10 % Rechtsradikalen zu besänftigen, ruhig zu stellen, auch um den Preis des sachten Verlusts unserer Demokratie. Selbst die alte SPD, deren Personal es, geschichtsbewusst, eigentlich besser wissen müsste, beteiligt sich an diesem schleichenden Ausverkauf demokratischer Werte.

Bisher dachte ich, die Verhältnisse der Weimarer Republik seien Geschichte. Aber schon wieder drückt die Staatsmacht, wenn der Terror von rechts kommt (einen Bürgermeister zu bedrohen ist Terror!), beide Augen zu oder verhängt lächerliche Strafen, schon wieder verschieben sich die Gewichte zu Ungunsten der Verfassung und zugunsten des politisch rechtsextremen Mobs.

Nein, ich befürchte nicht die Wiederkehr eines zweiten Hitler; er wäre heute nur eine Witzfigur mit seiner Körpersprache. Ich befürchte das Auftauchen eines smarten Jungakademikers, den man nicht mehr als ungebildet und lächerlich abtun kann und der mit Wonne die schon halb geschleifte Verfassung nutzt, um seiner reaktionären, fremdenfeindlichen Klientel die Macht zu verschaffen. Hitler reloaded, 2.0. Die Totengräber in Berlin, angetrieben aus München, sind eifrig am Werk.

                                 

 

20.10.15 10:08, kommentieren

Flüchtlinge

1956, als ich eingeschult wurde, war ich eins von vielen Flüchtlingskindern. Gemeinsam war uns,dass wir in Holzbaracken wohnten, wo es fließendes Wasser (kalt, ein Wasserhahn) nur auf dem Flur gab, und die meisten von uns sprachen einen Dialekt, den die Einheimischen so wenig verstanden wie wir den ihren. In meinem Jahrgang war ich das einzige Flüchtlingskind, das am Gymnasium aufgenommen wurde, aber das Etikett wurde ich nicht los, wie das halt so ist in einer Kleinstadt. Den Eingesessenen missfiel der Ehrgeiz der Flüchtlinge, die versuchten, das Verlorene möglichst schnell wiederzugewinnen.                   Heute höre ich fassungslos seit Jahren einer Flüchtlingsdebatte zu, die immer bizarrer wird, angesichts existierender Zahlen, Prognosen und Erfahrungen - Stichworte: Geburtenrückgang, Fachkräftebedarf, Einbürgerung der "Gastarbeiter" des 20. Jahrhunderts. (Wer es genauer wissen will, findet alle Zahlen im Netz.) Die Schlussfolgerungen daraus liegen eigentlich auf der Hand, und ich verstehe nicht, warum man nicht beginnt, vernünftig zu handeln, auch und gerade von Regierungsseite her.                                                   Denn eigentlich ist es ganz klar: Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz, das diesen Namen auch verdient, indem nebenbei auch das Asylrecht menschenwürdig und eindeutig geregelt wird. Dem kommerziellen Menschenschmuggel ein Ende zu bereiten, wäre ganz einfach, indem man festlegt, dass jeder, der sein Heimatland verlassen will, sich im nächsten deutschen Konsulat melden und einen Einreiseantrag stellen kann. Falls das die Personalkapazitäten vieler Botschaften überstiege, lässt sich das sicher schnell ändern. Und dann sollte schon gleich zu Anfang geklärt werden: Wie lang wollen die Einreisewilligen bleiben, zwei Jahre oder länger? Welche beruflichen Qualifikationen bringen sie mit (und bitte nicht weiterhin so knausrig sein bei der Anerkennung ausländischer Zeugnisse/Berufsabschlüsse!)? Welchen Schulbedarf muss man bei Kindern einkalkulieren? Natürlich müsste das Angebot an Deutschkursen für alle Einwanderungswilligen erheblich aufgestockt werden - aber das dürfte angesichts der mageren Einstellungspolitik der Kultusminister kein echtes Problem sein; auch Studenten verdienen gern mal Geld dazu. Ob jemand vor Krieg, Bürgerkrieg, Armut oder existenzbedrohender Diskriminierung flieht, sollte keine Rolle mehr spielen. Damit würden, vermute ich, manche strittigen Asylanträge sich in Luft auflösen, und man hätte Gelegenheit, bei der Gewährung politischen Asyls endlich mal Haltung zu zeigen, dass wir uns nicht nur eine Demokratie nennen, sondern auch eine sind, z. B. für Edward Snowden.                                                     Statt Schleusern Unsummen in den Rachen zu werfen, könnten die baldigen Neubürger günstige Charterflüge bekommen, und da man ja im Vorfeld schon wüsste, wer mit welchem Bedarf und welchen Berufsmöglichkeiten kommt, könnte man die Unterbringung entsprechend organisieren. Es gibt in Deutschland halb verlassene Dörfer: Was spricht dagegen, dass Bauern aus afrikanischen Ländern als Selbstversorger einen verlassenen Bauernhof übernehmen, z. B. als Pächter? Die so gefürchteten "Flüchtlinge" bringen ja ein Leben mit, als Arbeiter, Ingenieure, Handwerker, kleine Geschäftsleute usw., und wenn auf diese Weise kleine Orte wieder einen Laden, einen Schuster o. ä. bekämen, hätten alle etwas davon. Wer bis zu 30000 € für einen Schleuser spart, kann bei uns mit diesem Geld viel schneller wieder auf eigene Beine kommen, und wo es kneift, kann das bisher gezahlte Taschengeld, das man in diesem Umfang nicht mehr zahlen müsste, als Starthilfe für Existenzgründer gezahlt werden.                             Dass dasnicht allesreibungslos ginge - nicht jeder lernt Sprachen leicht - und nicht nur sympathische Menschen kommen, ist völlig klar. Man sehe sich Nachbarschaftskriege unter Deutschen an: Auch in der Disziplin, wegen eines falschen Gartenzauns vor Gericht zu ziehen, sind wir Weltmeister. Die Kinder unserer Nachbarn zu Linken gehen mir nicht auf die Nerven, weil sie aus Rumänien kommen, sondern weil es, auch nach Meinung unserer türkischen Nachbarn zur Rechten, ungezogene, freche Blagen sind. Naja, da muss man sich halt zusammenraufen, bildlich gesprochen. Im Übrigen sind sie als EU-Bürger völlig zu Recht hier.                     Zurück zur "Flüchtlingskatastrophe": Wir schauen alle wie das berühmte angststarre Kaninchen auf die riesigen Zahlen, die immer größer werden: Huch, wie furchtbar! Im Ernst: Die Probleme mit überlaufenden Aufnahmelagern, Zeltstädten etc. sind hausgemacht. Auf Lampedusa konnte man in den letzten Jahren studieren, was auf uns zukommt, und Entsprechendes vorbereiten. Aber nein, es muss ja Katastrophenstimmung mit Katastrophenbildern gemacht werden, auf dass die Furcht vor den Fremden kräftig angeheizt wird. cui bono = wem nützt das? Ich weiß es nicht, verstehe das Kalkül nicht, wenn es eins gibt. Ich bin nicht paranoid genug, um an eine rassistische Verschwörung von Ministerien, Polizei und Verwaltung zu glauben. Bleibt nur die übliche Trägheit des Systems und dumme Kurzsichtigkeit von Politikern, die glauben, die Mehrheit der Wähler stehe bei Pegida. Leute, zeigt ihnen, dass wir Bürger nicht die xenophoben Dumpfbacken sind, für die uns unsere Volksvertreter samt Regierung halten! Hilfsbereitschaft zahlt sich für die Helfer aus - fragt die Soziobiologen - Stichwort reziproker Altruismus! Bedeutet vereinfacht: Nächstenliebe hat sich genetisch durchgesetzt, weil Hilfsbereitschaft dem Individuum und der Gemeinschaft nutzt und sie mit besseren Überlebenschancen belohnt. Hätten die römischen Kaiser im 4./5. Jahrhundert die Grenzen für die anstürmenden Germanenvölker nicht dichtgemacht, hätten wir seit gut 1500 Jahren ein vereintes Europa, ausgehend vom "Ewigen Rom". Wir sollten die Fehler der letzten weströmischen Kaiser nicht wiederholen.

                                                      

26.8.15 10:45, kommentieren